Hallo, wir sind Sandra und Alex. Wir leben seit über 20 Jahren hier im Schwarzwald und die Geroldsauer Wasserfälle gehören für uns zu unseren absoluten Lieblingswanderwegen. Wir laufen die Runde regelmäßig selbst und genießen es jedes Mal. Gerade wenn es geregnet hat und richtig viel Wasser im Grobbach fließt, spürt man die Energie am Wasserfall und die angenehm frische Luft.
Der Wasserfall ist ein offizielles geologisches Naturdenkmal. Hier stürzt das Wasser über eine rund sechs Meter hohe Felsstufe in einen natürlichen Kessel – umgeben von moosbedeckten Findlingen und uralten Farnen. Schon Johannes Brahms ließ sich an diesem kraftvollen Ort inspirieren.
1 Die Rhododendronblüte: Wenn der Wasserfall zum Blütenmeer wird
Wer den perfekten Zeitpunkt für einen Besuch sucht, sollte sich Mitte Mai bis Anfang Juni im Kalender markieren. Dann blühen hunderte Rhododendron-Büsche entlang des Grobbachs in Weiß, zartem Rosa und kräftigem Violett. Die Pflanzen wurden in den 1950er Jahren vom damaligen Baden-Badener Gartenbaudirektor Walter Rieger gepflanzt und sind heute das fotografische Highlight am Wasserfall.
An sonnigen Vormittagen, wenn das Licht durch das Blätterdach auf die Blüten fällt und der Wasserfall im Hintergrund rauscht, versteht man, warum dieser Ort schon Brahms und Courbet angezogen hat. Unser Tipp: Kommt unter der Woche und möglichst früh am Morgen. Zur Rhododendronblüte ist der Rundweg am Wochenende wirklich voll.
2 Einkehren: Waldgaststätte Bütthof
Direkt oberhalb der Wasserfälle liegt die Waldgaststätte Bütthof (seit 1820). Das ist für uns der perfekte Ort für eine Pause. Im Sommer wird hier draußen frisch gegrillt – ein echtes Highlight nach der Wanderung. Im Winter lockt der Bütthof mit seinem gemütlichen Hüttencharakter sowie Fleisch- und Käsefondue bei Kerzenschein. Es lohnt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit, hier kurz die Seele baumeln zu lassen.
3 Der Rückweg: Über die Kuhwiesen zurück zum Parkplatz
Was viele Besucher nicht wissen: Der schönste Teil des Rundwegs kommt erst nach dem Wasserfall. Oben angekommen öffnet sich das enge Schluchttal und man steht plötzlich auf offenen Wiesen mit Blick über sanfte Schwarzwaldhügel. Hier grasen oft Schottische Hochlandrinder direkt am Wegesrand – ein Bild, das so gar nicht zum dichten Schluchtwald von eben passen will, aber gerade deshalb so schön ist.
Der Rückweg führt über einen breiteren Waldweg entspannt zurück zum Ausgangspunkt. Er ist deutlich einfacher zu gehen als der schmale Pfad am Wasser und bietet nach dem Abenteuer in der Schlucht einen ruhigen Ausklang.
4 Anfahrt & Parken
Mit dem Auto: Von Baden-Baden aus fahrt ihr auf der B500 Schwarzwaldhochstraße Richtung Freudenstadt. Zwischen Geroldsau und Malschbach zweigt die Wasserfallstraße ab, die direkt zu den Wanderparkplätzen führt. Insider-Tipp: Die Parkgebühr lässt sich bequem per App bezahlen. Am Wochenende und an Feiertagen werden die Parkplätze schnell voll – plant am besten eine frühe Anfahrt ein.
Mit dem Bus: Ab Baden-Baden nehmt ihr die Buslinie 204 oder 245 bis zur Haltestelle „Malschbach“. Von dort sind es nur wenige Schritte zum Einstieg in den Rundweg.